Montag, 2. September 2013

Der Mann im Park - Thriller aus Schweden

Pontus Ljunghill


Mit freundlicher Genehmigung von Random House
1928 in Stockholm - 
Ein betrunkener Landstreicher sucht eine Bleibe für die Nacht. Die verlassenen Bauten einer heruntergewirtschafteten Werft erscheint ihm als geeigneter Ort, um in Ruhe seinen Rausch auszuschlafen. Doch schneller als ihm lieb ist, muss er wieder klar im Kopf werden. Denn im Werft-Gebäude stößt der Landstreicher auf die blutverschmierte Leiche eines 8-jährigen Mädchens.




25 Jahre später ist der Mord an der kleinen Ingrid Bengtsson bereits Kriminalgeschichte und Kommissar John Stierna, der leitende Ermittler im damaligen Mordfall, tritt seinen Ruhestand an.

Ein Journalist findet den pensionierten Kommissar auf Gotland und will den Fall für die Presse noch einmal aufrollen. Stierna gab einst Ingrids Mutter das Versprechen, dass er den Mörder fassen würde, doch der rätselhafte "Mann im Park" blieb verschwunden.
Im Jahr 1953, nachdem er den Polizeidienst hinter sich gelassen  hat, kann sich der Kommissar endlich öffnen und empfindet es als befreiend dem Journalisten über die Einzelheiten der damaligen Ermittlungen zu berichten:

Stockholm 1928
Die Aufklärung des Mordfalls lässt dem jungen Kommissar Stierna keine Ruhe, er fühlt sich verpflichtet nicht still zu stehen bis der Täter gefasst ist. Die ausdauernde Polizeiarbeit bringt die Beamten auch bald auf eine vielversprechende Spur. Stierna lebt nur noch für die Jagd nach dem Mörder und wird immer besessener. Er vernachlässigt seine Frau Karolina, die Ehe zerbricht und er verliert so die einzige Frau, die ihm wirklich etwas bedeutet hat. Jahre vergehen und der Kommissar wird zu einem kauzigen Einzelgänger und unberechenbaren Risiko im täglichen Polizeidienst.

Pontus Ljunghill zeichnet ein Stockholm in dem deutlich der Geist der Goldenen Zwanziger Jahre zu spüren ist und die kriminalistischen Methoden noch handfest und ohne Schnickschnack sind. Der Roman setzt auf klassische Kriminologie, die sich im Vergleich zu den neuzeitlichen Profiler- und Pathologie-Thrillern als ebenso packend erweist. Kapitelweise lässt der Autor seine Leser an den Innensicht des Täters teilhaben. Gedanken, Gefühle und Aktionen, werden aus der Perspektive des mysteriösen Unbekannten geschildert. Der Leser kommt dem Mann im Park immer näher, kennt sein Profil und ist um so gespannter auf den nächsten Schritt der Stockholmer Polizei.
Mit originellen Ideen treibt Pontus Ljunghill die Handlung voran. Exakt ausgefeilt und stilistisch brillant, entwickelt er viele Charaktere die sich harmonisch in die Zeitgeschichte einfügen. Sehr ausführlich sind vor allem die Orts-, Lokal- und Straßen-Beschreibungen der schwedischen Hauptstadt. Stellenweise bremst die zu große Ausführlichkeit den Lesefluss und das Spannungsniveau. Die gestreckte Erzählweise entspricht nicht immer meinem persönlichen Geschmack.
Trotzdem ist der Thriller eine Bereicherung in der kriminologischen Literaturlandschaft, denn er bietet seinen Lesern eine gelungene Mischung aus guter Unterhaltung, historischen Wissen und Erkenntnisreichtum.

Mit Genehmigung von Random House
Der Kriminologe Pontus Ljunghill arbeitet als Journalist für diverse Zeitungen. "Der Mann im Park" ist sein erster Roman und war in Schweden sehr erfolgreich. Der Autor lebt in Stockholm.
Caroline Schultz

Hinweis: Ich vergebe grundsätzlich keine Sterne-ratings, da ich der Meinung bin, dass sich der Wert eines literarischen Werkes nicht auf ein paar Sternchen herunterbrechen lässt. Bücher: Romane, Thriller, Krimis, Erzählungen sind vielfältig und facettenreich. Randvoll mit unterschiedlichen Stimmungen, Genres und Stilmitteln. Eine Sterne-Bewertung ist zu starr und lässt keinen Platz für Zwischentöne und persönliche Vorlieben. Jeder Leser kann die hier gegebenen Informationen für sich abwägen und seine persönlichen Schlussfolgerungen ziehen.






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