Dienstag, 20. November 2012

Auf den ersten Blick - Danny Wallace


Ein Roman wie ein Bühnenstück - Romantik ohne Kitsch 

Durchlöchert werden zum Glück nur Glas und Mauerwerk als an einem Dienstag ein Amokschütze den Lehrer einer Londoner Public School – Jason – erschießen will. Schüler und Lehrer bleiben unverletzt doch das Erlebnis ist nicht ohne Auswirkung. Jason gerät in eine schwere persönliche Krise, quittiert den Schuldienst und verliert seine Freundin. Verbittert versucht er sich als zweitklassiger Journalist bei einer kostenlosen Zeitung für Veranstaltungstipps. Sein bester Freund und Mitbewohner der Computergame-Nerd Dev hält jedoch fest zu ihm. Ihre Wohnung liegt in scheinbar zwielichtiger Nachbarschaft und sowohl Journalismus als auch der Verkauf von Computerspielen verlangt von den Beiden keine Höchstleistungen.

Doch ein besonderer Augenblick lenkt ihn von seiner Trübsal und der gefühlten Mittelmäßigkeit ab. Ganz ohne Einladung hat die Hoffnung ihren Weg zum ihm gefunden.

Mit freundlicher Genehmigung
 von Random House
Ein Mädchen müht sich mit vielen Tüten und Paketen beim Einsteigen in ein Taxi ab. Von ihrer Hilflosigkeit magisch angezogen, bietet Jason seine Hilfe an und erntet ein unglaubliches Lächeln. Ihr dankbarer Blick zum Abschied gibt ihm das Gefühl eines Anfangs, doch er lässt den Moment verstreichen und das Taxi fährt seinen Weg.

Zurück bleiben Jason und eine Einwegkamera. 12 Bilder aus einem anderen Leben. Ihrem Leben.
Jasons Skrupel sind zu groß um die Bilder entwickeln zu lassen. Doch wofür hat man beste Freunde? Und so beginnt eine Reise von Bild zu Bild. Wie in einem Theaterstück treten kontinuierlich neue Leute auf, Freundschaften werden geschlossen, Kontakte geknüpft. Die Ex-freundin Sarah kratzt alte Wunden auf. Freunde und Situationen führen Jason von Bild zu Bild ebenso wie durch die Lektionen seines Lebens. London gibt dabei einen brillanten Nebendarsteller während Jason dem Leser durch seine reflektierten Innenansichten immer näher kommt. Voller Komik und überraschender Wendungen, plastisch gezeichneter Charaktäre bleibt die Lektüre kurzweilig bis zum Ende. Die Geschichte ist weder unromantisch noch kitschig. Mittels seiner vielschichtigen Erzählweise und der im Buch wirksamen „Bühnenmagie“ vermittelt Danny Wallace seinen Lesern den Wert des eigenen Lebens und gibt uns die Aufforderung an die Hand, etwas daraus zu machen.
Tatsächlich gelingt es Wallace's Figuren "etwas zu machen" und aus Mut und Wandel entstehen Neuanfänge und Hoffnung.

Ganz allgemein gesprochen ist der Roman eine gute Lektüre für Nick Hornby und David Nicholls Liebhaber. Aber auch für alle Diejenigen, die sich einfach von David Wallace - "Auf den ersten Blick" eingeladen fühlen.




Caroline Schultz
  

Kommentare:

  1. Hey du Liebe

    Bei mir auf dem Blog läuft gerade eine Wanderbuchaktion, bei der man auch etwas gewinnen kann. Leider habe ich noch viel zu wenig Anmeldungen. Ich schicke das Buch erst los, wenn sich mindestens acht Leute bei mir gemeldet haben. Wenn es dich interessiert: hier findest du alle weiteren Infos:
    http://samtpfotenmitkrallen.blogspot.ch/2012/11/wanderbucher-und-ein-kleines-gewinnspiel.html

    Ganz liebe Grüsse
    Eponine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe Dir eine Antwort auf Deine Blogseite geschrieben. Ganz liebe Grüsse zurück!

      Löschen