Mittwoch, 11. Januar 2012

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut…Oder die gelben Augen der Krokodile!


09. Januar 2012 | Schmoekermausiecht




"Edel sei der Mensch,
hilfreich und gut!
Denn das allein
unterscheidet ihn
von allen Wesen
, die wir kennen." (Goethe)

Joséphine
ist die
liebenswerte Heldin in Katherine Pancols Erfolgsroman: "Die gelben Augen der Krokodile". Intelligent, historisch gebildet aber völlig unscheinbar kämpft Joséphine den alltäglichen Kampf einer zweifachen Mutter in den mittleren Jahren. Ihr arbeitsloser Ehemann Antoine schwelgt noch in den "Erfolgen der Vergangenheit". Tatsächlich ist er nicht in der Lage sich als der Familienernährer zu behaupten. Er fürchtet sehr die Achtung seiner ältesten Tochter Hortense zu verlieren und hält für sie die Fassade des gut gekleideten Geschäftsmannes aufrecht. Unfähig seine Probleme beim Schopf zu packen sucht er Trost bei der attraktiven Mylène. Scheinbar als Letzte erfährt Joséphine von dem Verhältnis und weist ihm mit letzter Kraft die Tür.



Den Verlust des Ehemannes erlebt sie zunächst als heftigen Rückschlag. Joséphine sieht ihr Selbstbild von der "dusselige Trantüte" wieder einmal bestätigt. Genau so wird sie von ihrer dominanten Mutter, ihrer beneidenswert schönen Schwester Iris und allen voran, ihrer pubertierenden Tochter Hortense wahrgenommen. Glücklicherweise hält ihre sehr geheimnisvolle, britische Freundin Shirley zu ihr. Joséphine nimmt den Kampf auf: Den Kampf gegen alle wirtschaftlichen Probleme, den Kampf gegen ihre ebenso arrogante wie verknöcherte Mutter, Den Kampf um ihr Äußeres und das eigene Selbst, Den Kampf um die Beziehung zu ihrer Tochter Hortense. Und siehe da, sie gewinnt! Schritt für Schritt geht es voran - ab und zu auch voll daneben! Dennoch entwickelt Joséphine sich. Ihr Blick nach innen wird immer klarer und ihr Selbstwertgefühl macht erfreuliche Fortschritte.
Parallel brodelt es in allen Teilen der dazugehörigen Familie nicht zu knapp. Der dicke Stiefvater will sich von Joséphines bösartiger Mutter auch nicht länger drangsalieren lassen,…Seine pummelige Geliebte macht Pläne,….Das perfekte Leben der schönen Schwester Iris ist noch flacher und hohler als sie selbst,…Der Schwager führt Geheimnisvolles im Schilde,..In Afrika kämpft Ehemann Antoine mit den furchteinflößenden Krokodilen,…Söhne und Töchter pubertieren,…Die herangewachsene und reizvolle Hortense manipuliert die Männerwelt,…Ein gutaussehender Mann im Dufflecoat bereitet Joséphine Kopfzerbrechen,...


Joséphine steht vor einer großen Herausforderung: Schwesterchen Iris, die Schöne & Beneidenswerte, hat sie rumgekriegt einen historischen Roman zu schreiben. Iris will sich selbst als Autorin ausgeben, im Mittelpunkt stehen und das Buch multimedial vermarkten, während Joséphine ihren Roman mit "Blut und Schweiß" zu Papier bringt. Wird Joséphine bei diesem ungeheuerlichen Betrug erneut zum Opfer werden? Kann die ehrliche und gradlinige Joséphine dieses Geheimnis überhaupt für sich behalten? Ihre Romanheldin im Frankreich des 12. Jahrhundert ist ein Musterbeispiel an Demut, Gutherzigkeit, Gläubigkeit und erstrebenswertem Verhalten. So ähnlich tickt auch Josephine, die ein wenig zu Hilfsbereit auch noch ihre sozialschwachen Nachbarn unterstützt. Selbst Freundin Shirley ist diesmal nicht helfend zur Stelle!


Katherine Pancol erzählt das alles unglaublich elegant, sprachsicher und überrascht ihre Leser stetig mit neuen Pointen und Geschehnissen! Zu keiner Zeit wird die Handlung schleppend oder langweilig – Unterhaltsam, von der ersten bis zur letzten Seite.


Ich habe mich über das wirklich runde Ende gefreut und konnte mit einem "weinenden" und mindestens zwei "lachenden Augen" das Buch zuklappen.


Ich freue mich auf mehr J. In Frankreich ist die ganze Triologie bereits sehr erfolgreich. Demnächst erscheinen die Folgeromane auch in Deutschland.
Caroline Schultz






















 

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